Igel helfen leicht gemacht - So unterstützen Sie die Stachelnasen in Ihrem Garten
Unsere heimischen Igel brauchen unsere Hilfe heute mehr denn je.
Durch das fortschreitende Insektensterben finden die kleinen Wildtiere in der Natur nicht mehr genug Nahrung.
Eine ganzjährige Zufütterung ist für Igel mittlerweile überlebenswichtig geworden, um gut durch das Jahr und sicher durch den Winter zu kommen.
Als reine Fleisch- und Insektenfresser haben Igel einen ganz speziellen Speiseplan.
Hier erfahren Sie, wie Sie den nützlichen Gartenbewohnern ganz einfach und sicher helfen können.
Der richtige Speiseplan: Was Igeln wirklich hilft
Wenn Sie Igeln eine Futterstelle einrichten möchten, eignen sich die folgenden Nahrungsmittel hervorragend:
• Getreidefreies Katzennassfutter: Wählen Sie eine feine Pastete mit einem Fleischanteil von mindestens 60 Prozent.
Bitte füttern Sie auf keinen Fall Katzenfutter mit Soße oder Gelee, da die Igel davon schweren Durchfall bekommen können.
• Schlabbrig angebratenes Rührei: Bereiten Sie das Ei ohne Salz, Gewürze, Butter oder Milch zu.
• Gekochte Hühnerschenkel (ohne Haut füttern, da diese zu fettig ist)
• Gebratenes Hackfleisch: Gut durchgebratenes Rinder- oder Geflügelhackfleisch (ohne Gewürze) ist ein nahrhafter Energiespender.
• Insekten: Spezielle Futterinsekten aus dem Fachhandel, wie zum Beispiel Soldatenfliegenlarven, sind eine tolle Ergänzung.
Wichtig: Bitte sehen Sie vom Kauf von speziellem, handelsüblichem „Igelfutter“ ab. Diese Produkte enthalten meist viel Getreide und Obst. Der Verdauungstrakt des Igels kann dies nicht verwerten.
Sauberkeit an der Futterstelle: Hygiene ist Lebensschutz
Igel sind leider keine sauberen Tischgäste.
Sie treten oft in den Napf oder hinterlassen dort ihr Geschäft.
Da sich Krankheitserreger und Parasiten an Futterplätzen rasend schnell verbreiten können, ist eine tägliche Reinigung absolut überlebenswichtig für die Tiere:
• Reinigen Sie Futter- und Wasserschalen jeden Tag gründlich.
• Nutzen Sie dafür heißes Wasser und eine Bürste – bitte verwenden Sie keine scharfen chemischen Spülmittel.
• Legen Sie den Futterplatz (oder das Futterhaus) am besten mit Zeitungspapier aus, das Sie täglich komplett austauschen.
Das hält den Platz sauber und spart Zeit.
Wasser – Lebenswichtig für die Stachelnasen
Neben dem Futter ist eine leicht erreichbare, flache Schale mit frischem Wasser unglaublich wichtig.
Bitte geben Sie Igeln niemals Milch – der darin enthaltene Milchzucker führt zu lebensbedrohlichen Magen-Darm-Problemen.
Frisches Wasser ist die beste und einzig gesunde Wahl.
Tipp: Ungeliebte Futtergäste fernhalten
Sie möchten den Igeln helfen, sorgen sich aber, dass Nachbarskatzen oder Ratten das Futter wegfressen?
Stellen Sie das Futter einfach in ein spezielles Igel-Futterhaus mit Labyrintheingang und Rattenklappe. So bekommen nur die Igel Zugang und können völlig ungestört fressen.
Das Igel-Paradies: Naturnahe Gartengestaltung
Zusätzlich zur Futterstelle können Sie Ihren Garten so gestalten, dass er Igeln langfristig Lebensraum und natürliche Nahrung bietet.
Ein steriler Steingarten oder englischer Rasen bietet Igeln nichts – ein lebendiger Naturgarten hingegen alles:
• Heimische Pflanzen bevorzugen: Pflanzen Sie heimische Stauden, Sträucher und Hecken (wie Holunder, Heckenkirsche oder Wildrosen). Diese ziehen heimische Insekten an, die wiederum die natürliche Nahrung der Igel bilden.
• Mut zur Wildnis: Lassen Sie ruhig eine „wilde Ecke“ im Garten stehen, in der das Gras wachsen darf, oder legen Sie eine Wildblumenwiese an.
• Totholz- und Laubhaufen: Werfen Sie Herbstlaub und Astschnitt nicht weg. Aufgeschichtet zu einem großen Haufen bilden sie das perfekte Winterquartier und eine wunderbare Kinderstube für Igel.
• Freie Bahn für Stachelnasen: Igel durchstreifen auf ihrer nächtlichen Nahrungssuche mehrere Reviere. Ein rundherum lückenlos dicht gezäunter Garten sperrt sie aus. Schaffen Sie Igel-Durchgänge im Zaun (ca. 12 x 12 cm große Löcher im Zaun oder eine Lücke unter dem Tor).
Gefahren lauschen und vermeiden
Wo Menschen gärtnern, lauern oft unbewusste Todesfallen.
Mit kleinen Verhaltensänderungen retten Sie Igelleben:
• Vorsicht bei der Gartenarbeit: Verzichten Sie unbedingt auf den Einsatz von Mährobotern in der Dämmerung und Nachts und lassen Sie Mähroboter auch tagsüber nur unter Ihrer Aufsicht laufen.
Sensen oder Rasentrimmer sollten Sie niemals blind unter Büsche oder Hecken führen – dort schlafen Igel tagsüber oft und erleiden schreckliche Schnittverletzungen.
• Gefahrenquellen absichern: Decken Sie Kellerschächte, Regentonnen und tiefe Gruben ab. Wenn Sie einen Gartenteich oder Pool haben, bauen Sie eine flache Ausstiegshilfe (z. B. ein raues Brett), damit hineingefallene Igel nicht ertrinken.
• Verzicht auf Chemie: Nutzen Sie niemals Schneckenkorn, Insektengifte oder chemische Dünger. Diese vergiften nicht nur die Nahrung der Igel, sondern oft auch die Stachelnasen selbst.
Mit diesen einfachen Schritten schaffen Sie in Ihrem Garten eine sichere Oase für unsere stachligen Freunde.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihren großartigen Einsatz für den Igelschutz!



